November 18, 2003
Hypermedial Umsetzung der Postmoderne
Die Lexikon Sonate basiert auf dem Roman 'Lexikon Roman' von Andrea Okopenko (1970) und basiert rein auf algorithmischen Beschreibungen von Klaviertopoi. Es sollte rein theoretisch nie zu déjavu Erlebnissen kommen und vom Hörer wird persönliche Deutung und Sinngebung gefordert. In der praktischen Umsetzung ist dies meines Erachtens nicht wirklich Erreicht.
Der Lexikon Roman ist ein Vorreiter der Hypertext-Thematik dessen Kapitel wie in einem Lexikon alphabetisch sortiert sind und sich nicht nicht konkret linear lesen lassen aber gleichzeitig mit einer alles umfassenden Handlung umsponnen sind. Dies führt sowohl zu einer Art Unendlichkeit wie auch einem hohen Faktor an Zufall und Nichtwiederhohlungswert. Okonpenkos Traum von einer Variant in welcher der Leser nicht nur durch die Strukturierung der Module zum Autor wird, sonder durch konkretes Eingreifen in die Handlung, ist, genauso wie eine Onlineversion des Romans, noch nicht entstanden.
Hypertext lässt sich auf die verschiedensten Arten lesen. Mal verweillt man auf einem Ast der scheinbar unüberschaubaren Textur der Texte, mal lässt man sich einfach nur von den Verlinkungen hintreiben um sich in immer tieferen Gefilden des ursprünglichen Ansatzes zu verliern.
Hypertext erschafft sich andauernd und jedes mal von neuem selber. Strukturiert sich durch den Leser, welcher zum Autor wird.
November 18, 2003 01:08 AM