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LiveLeak

Uncategorized — Tags: , , , — run | May 3, 2009

Nachdem ich auf Gh’s Angebot, mir sein Kriegsrecherchematerial zuzuspielen (immerhin im Kopf schon) zurückgekommen war, ging ich wieder einmal auf LiveLeak surfen. This is happening, and we are going to show it. Und ich hab dann meine Alpträume. Tfr schrieb einen interessanten Kommentar, und zwar das es sich bei den nach oben geschwemmten Amateurclips, welche sich kaum von der Aesthetik der Computerspiele unterscheiden, selbst nicht nur um Kriegsmaterial, sondern um Kriegshandlungen an sich handelt. Was soviel heisst, das diese neuen Mechanismen der Selbstdarstellung der Medien nichts weiter als eine Kriegsform an sich sind, die gerade wegen ihrem virtuellen Wesen komplett neue, anonyme, Schützengrabenkämpfe heraufbeschwören oder wie Nb es - frei nach Ernst Jüngers “in Stahlgewittern” - umschreibt, eine totale Mobilmachung (im Sinne dessen, das wir mobilgemacht werden) handelt. Diese totale Mobilmachung geht über die Sphäre des militärischen Befehls hinaus; sie erscheint als Rüstung im metaphysischen Sinn (wobei der diffuse Begriff “metaphysisch” andeuten soll, das Rüstung bis in den feinsten Lebensnerv visiert wird. (vgl. In Mediengewittern). Interessant und bemerkenswert hier auch die Feststellung, das niemand nach der totalen Mobilmachung schreit, sondern das sie automatisch und wie unter Narkose von statten geht - man gibt sich ihr düster schlummernd hin.
Technologie ist also Waffe und Waffe Technologie. Entwicklung der Technologie (oder auch nur handwerklicher Fähigkeiten) ging seit Menschengedenken mit den Formen und Ausprägungen der Kriegsmaschinerie Hand in Hand. Was ist, wenn die Grenze zwischen Simulation nicht mehr gezogen ist bzw die Realität in Form einer Simulation erscheint. Ist meine eigene Realität eigentlich simulierte bzw simuliere ich sie mir selbst? Was ist, wenn die Simulation Ernstfall wird, ich aber den Ernstfall nicht zu erkennen imstande bin? Verhält es sich nicht überhaupt so, das die empirische Realität bzw Abbildung derer im virtuellen Raum, wo (davon ausgehend, das von vornherein all diese Bilder aus alphanumerischen Pixeln aufgebaut sind und daher manpuliert sind [NB, Gutenberg, 114]), Simulation ist. Wie funktioniert dann wirkliche Erkenntniss? Oder muss man den Begriff der Erkenntniss endgültig durch den Begriff der Mustererkennung ersetzen?

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